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Kvilda

Kvilda ist eines der wichtigsten Zentren des Tourismus im Šumava (Böhmerwald). Die Ortschaft liegt im Šumava Nationalpark in mitten einer herrlichen Hochebene, und ist die höchst gelegene Gemeinde Tschechiens (1065 m). Es gibt ein Postamt, eine kleine Ausstellung über die Geschichte der Ortschaft, ein Infozentrum für die Ortschaft und den Nationalpark, einen Lebensmittelladen, eine Bäckerei, eine kleine Drogerie mit Haushaltswaren, Fahrradverleih und Fahrradreparatur.

In der Nähe befinden sich mehrere bekannte Böhmerwälder Sümpfe, und Böhmens längster Fluss, die Moldau (433 km), hat seine Quelle in Kvilda. Die weiten Gefilder Hochebenen sind Anlass für das relativ hartes Klima, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von nur 3,4°C. Winter beginnt schon Anfang November und endet erst Ende März.
Dort, wo heute die Ortschaft Kvilda liegt, befand sich früher nur ein schwer begehbarer Grenzwald – die natürliche Böhmisch-Bayerische Grenze. Der Goldene Steig zwischen Kašperské Hory (Bergreichenstein) und Passau führte durch Kvilda, geschützt von der königlichen Burg Kašperk (Karlsberg), gegründet im Jahre 1366 von Karl IV. Der Handelsweg diente zur Beförderung von Salz, edlem Stoff, Früchte aus den Südländern, Gewürze und Wein von Passau nach Böhmen, und Getreide, Malz, Hopfen, Honig, Wolle, Leder und vielen anderen Landwirtschaftlichen Produkten in die andere Richtung. Das Dorf Kvilda entsprang auf diesem Weg im 15. oder 16. Jahrhundert.
Ende des 18. Jahrhunderts verlor der Goldene Steig langsam an Wichtigkeit und Kvilda orientierte sich an neue Handwerkerische Tätigkeiten, Hammerwerke und Glasbläsereien, sowie die landwirtschaftliche Bearbeitung des armen Gebirgsbodens und Holzhandwerk. Später kommt noch die Hinterglasmalerei dazu. Ein weltberühmtes Unternehmen war das Sägewerk von Peter Strunz (gegründet im Jahr 1820) zur Verarbeitung von Klangholz.
Die örtliche Wirtschaft erlitt starke Schäden von den katastrophalen Gewittern der Jahre 1868, 1870 und 1872, welche zu weitreichenden Baumbrüchen und einer nachfolgenden Borkenkäferseuche führten. Diese sogenannte “Käferzeit” brachte aber viele Arbeitsmöglichkeiten für die hiesige Bevölkerung und somit eine Zeit von Überfluss und allgemeinem Aufschwung. Diese Zeit wird in Karel Klostermanns Roman „Im Böhmerwaldparadies“ verewigt.
Noch vor dem Zweiten Weltkrieg war Kvilda eine der wichtigsten Ortschaften des mittleren Böhmerwaldes, mit einer Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur die eher einem Städtchen als einem Dorf glich. Der stets wachsende deutsche Nationalismus und die Propaganda Konrad Henleins Sudetendeutscher Partei führten zu einer tiefen Kluft zwischen Deutschen und Tschechen. Nach dem Münchner Abkommen und der Abtrennung des Sudetenlandes verließ die Tschechische Bevölkerung Kvilda. Im Zweiten Weltkrieg fielen 63 Bürger Kvildas an der Front und weitere 24 blieben verschollen. Im Jahre 1946 wurden 649 Bürger deutscher Nationalität abgeschoben, so dass im Jahre 1950 Kvilda nur 238 Einwohner hatte. Die Nachkriegsentwicklung der Ortschaft wurde nicht nur von der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und Ansiedlung von einer kleineren Anzahl von inhomogenen Neuankömmlingen beeinflusst, aber auch durch die Errichtung eines Grenzstreifens mit begrenztem Zugang. Heute hat Kvilda 175 Einwohner (Stand 1. Januar 2007).